Die Geschichte des Griechischen Platzes begann bereits mit Franz Devolan, der den ersten Stadtentwicklungsplan für Odessa entwarf. Nach dem Vorbild der Architekten des antiken Roms wurde beschlossen, mehrere unabhängige Zentren („Herde“) des Stadtlebens zu schaffen, die sich um Marktplätze gruppieren sollten. Eines dieser Zentren war der Griechische Platz, daneben gab es noch den Starobasarplatz, den sogenannten Freimarkt und den Chersonplatz (Neuer Markt). Der Griechische Platz war auch das Zentrum der Hauptverkehrsader der Stadt: Der Verkehr, der vom Hafen über die Hafenstraße heraufkam und die Deribasovskaya Straße überquerte, gelangte direkt dorthin und von dort über den breiten Alexandrowski-Prospekt zum Starobasarplatz. Die Ideen Devolans wurden von den Architekten-Brüdern Franz und Giovanni Frappoli umgesetzt. Der Bau begann Anfang des 19. Jahrhunderts, und das endgültige Erscheinungsbild der Handelsreihen des Griechischen Marktes wurde bis 1830 fertiggestellt.
Auf dem Platz befanden sich vier Gebäudekomplexe, die in 25 gleichartige zweistöckige Sektionen unterteilt waren. Die Handelsreihen waren mit Portiken, Kolonnaden und steinernen Arkaden geschmückt. Zu den ersten Bauherren gehörten bekannte griechische Kaufmannsfamilien in Odessa, wie die Familien Ioannopulo, Serafino, Papachadzi, Ralli sowie Grigori Iwanowitsch Marasli senior.
Das Haus in der Deribasowskaja-Straße 27, in dem sich das „Buchhaus“ befand, und das „runde Haus“ von Majurov im Zentrum des Platzes, wo sich heute das Einkaufszentrum „Athena“ befindet, entstanden später. Noch später wurde der berühmte Privoz mit dem „Obst-Passage“ zum Hauptmarkt von Odessa – exotisch, vielstimmig und vielsprachig, besungen von Babel und Katajew. Damals war der Markt auf dem Griechischen Platz die zentrale Handelsstätte. Hier konnte man alles finden – von Brot, Wein und Getränken bis hin zu Gemälden und Geigen.









































